russisches U-Boot

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Inmitten des idyllischen Jachthafens von Zeebrugge finden Sie ein wohl sehr ungewöhnliches Fahrzeug: ein 100 Meter langes, echtes russisches U-Boot!

Tauchen Sie ab in den Schiffsraum dieses Stahlmonsters und entdecken Sie, wie beklemmend das Leben an Bord während der grauen Tage des Kalten Krieges war. Testen Sie Ihre Gelenkigkeit und kriechen Sie durch die Mannlöcher wie ein echter Marinesoldat. Werfen Sie auch einen Blick durch das Periskop und suchen Sie den Horizont nach einer drohenden Gefahr ab. Oder betrachten Sie staunend die unzähligen Hähne, Rohre, Radare und Knöpfe, die die Besatzungsmitglieder alle auseinanderhalten mussten. Beim Blick durch eine der 10 Torpedorohre entdecken Sie, wie unwahrscheinlich groß ein echter Torpedo ist (aber keine Angst, er ist nicht mehr geladen!). Am Ende Ihres Besuchs erfahren Sie dann noch während einer Angriffssimulation, wie es in Zeiten der Gefahr an Bord zuging … Ein unvergessliches Erlebnis!

U Boot

Kurzer geschichtlicher Abriss

Der Entwurf der U-Boote der Foxtrot-Klasse wurde 1953 nach den Erfahrungen und Daten des deutschen Unterseebootbaus entwickelt, die nach der Kapitulation des Deutschen Reiches in russische Hände gefallen waren. Sie wurden zwischen 1954 und 1981 gebaut. Der erste Prototyp wurde mit der Projektnummer 641 am 28. Dezember 1957 in der Sudomekh-Werft in St.-Petersburg, damals Leningrad, zu Wasser gelassen.
Insgesamt wurden unter dieser Projektnummer 62 U-Boote gebaut, von denen 12 nach Kuba, Indien, Libyen und Polen exportiert wurden. Bis 1994 haben die U-Boote des Typs 641 bei der russischen Marine gefahren und sind in verschiedenen Arten von Missionen eingesetzt worden.
Die U-Boote der Foxtrot-Klasse wurden hauptsächlich im Kalten Krieg eingesetzt und spielten im Rüstungswettlauf der 60er Jahre eine bedeutende Rolle. Nach 1994 wurden U-Boote außer Dienst gestellt und gegen modernere Modelle ersetzt. Drei Modelle der Foxtrot-Klasse konnten vor der Verschrottung gerettet und in Sydney, London und auch in Zeebrugge zu Museumsstücken umfunktioniert werden!
Unser Unterseeboot befindet sich noch im Originalzustand und zeigt Ihnen ein Bild vom Leben und Arbeiten an Bord eines U-Bootes, das im Kalten Krieg seinen Beitrag zur Rüstungsbalance in der Welt geleistet hat.

Foxtrot Duikboot

Beschreibung der Abteilungen

Die Bewaffnung - Heck- und Bugtorpedoraum / Schlafraum

Im Heck-Torpedoraum, dem Torpedoraum hinten im Boot, befinden sich 4 Torpedorohre, die einmal leer geschossen, nur in einem Hafen oder längsseits eines Versorgungsschiffes wieder geladen werden konnten.
Im Bug-Torpedoraum dieser U-Boot-Klasse, das ist der Torpedoraum vorne im Boot (hier endet Ihr Besuch), konnten insgesamt 18 Torpedos gelagert werden. Besucher können hier auch eine Angriffssimulation erleben.

Der Antrieb (Diesel- und Elektromotoren)

Der Antrieb besteht aus 3 Dieselmotoren.
Ein Unterseeboot wird unter Wasser mit Hilfe von Elektromotoren angetrieben. Die Dieselmotoren stehen während der Tauchfahrten still, denn sie benötigen Sauerstoff, um zu funktionieren. Die Dieselmotoren wurden lediglich zum Fahren an der Oberfläche und auf Periskoptiefe gebraucht.

Während der Fahrt an der Oberfläche treiben die Dieselmotoren die Schraubenachsen an. Gleichzeitig drehten sich dabei die Elektromotoren mit, die sich auch auf jeder Achse befinden und so als Generatoren die Batterien aufladen konnten.

Die Unterseeboote der Foxtrot-Klasse konnten vier volle Tage lang ununterbrochen in großer Tiefe operieren, danach mussten sie bis auf 7 m (Schnorcheltiefe) auftauchen, um die Luft auszutauschen und die Kompressoren und Batterien wieder aufzuladen. In diesen Momenten waren sie am gefährdetsten, weil am leichtesten aufzuspüren. 90 Tage auf dem Meer unterwegs, war eine normale Mission. Danach erfolgte eine gründliche Wartung.

Wussten Sie, dass die Dieselmotoren während einer Feindfahrt ausgeschaltet wurden? Das Geräusch der Motoren hätte nämlich die Position des U-Boots verraten. Aus demselben Grund wurde übrigens auch nie das Periskop ausgefahren.

Besatzung Aufgabenverteilung an Bord

Die Besatzung bestand aus 12 Offizieren, 12 Unteroffizieren, einem politischen Kommissar und 50 Matrosen, von denen die meisten Wehrpflichtige waren, die bis zu drei Jahre an Bord der selben Einheit dienten.
An Bord waren alle einer der fünf Divisionen zugeteilt: Navigation, Torpedos, Vortrieb und Energie, Nachrichtenverbindungen und Rudergänger.
Bei normaler Navigation wurde ein Vierwachensystem hantiert, bei dem jeder innerhalb von 24 Stunden 2 Wachschichten von je 6 Stunden leisten musste.

Die Versorgung der Menschen an Bord

Das Essen an Bord von U-Booten war für russische Verhältnisse vorzüglich. Die Mahlzeiten wurden viermal am Tag in einer Kombüse zubereitet, die mit einem großen Kleiderschrank vergleichbar ist. Auch wurde einmal pro Tag Brot gebacken für die gesamte Mannschaft von 75 Personen.

An Bord befanden sich 2 Toiletten, in denen auch geduscht werden konnte. Geduscht wurde einmal in 10 Tagen, wenn ausreichend Wasser durch Verdunstung gewonnen worden war.

bezoek russische onderzeeër - foxtrot

Besondere Annehmlichkeiten für (Unter-)Offiziere und Kapitän

Es gab drei Privatkabinen an Bord, eine für den politischen Kommissar, eine für den Kommandanten und eine für den ersten Offizier. Für die Unteroffiziere und Offiziere gab es kleine Räume, in denen sie essen und sich entspannen konnten. Dem Kapitän stand eine eigene Toilette zur Verfügung.

Der Funkraum

Der Kontakt mit dem Hauptquartier in Moskau wurde vom Funkraum aus mit der Funkapparatur gehalten. In diesem Raum standen auch die elektronischen Kriegsführungsapparaturen, wie Störsender, Lauschgeräte und Funkanalysegeräte. konnten im Dechiffrierraum entschlüsselt werden. Hier empfing man auch die kodierten Berichte vom Hauptquartier.

Die Kommandozentrale

Die Kommandozentrale ist das Herz des U-Boots.
Von hieraus wurde gesteuert, die Tauchtiefe verändert, wurden Angriffe geführt, Torpedos eingestellt und das Kommando zum Abfeuern gegeben. Daraufhin wurden dann im Bug-Torpedoraum und im Heck-Torpedoraum die Torpedos vom Torpedomeister mit Hilfe von Abschusshebeln abgefeuert.

In der Kommandozentrale befindet sich auch die Radarkabine.
In Kriegszeiten würden U-Boote seine Position verraten, wenn es das Radargerät benutzen würde. Also wird es wenig benutzt.

Die Sonarsysteme befinden sich im vorderen Batterie- und Wohnraum. Diese Kabinen waren etwas besonderes, denn hier musste es still sein, damit der Sonarmeister gut die Signalen und Geräuschen anderer Schiffe und U-Boote hören konnte.
Beim Fahren auf Periskoptiefe saß er im Turm, wo er die Sehrohre benutzen konnte, um die Zielabstände, sichere Fahrabstände und die Position zu ermitteln. Es gab 2 Arten von Periskopen an Bord, das Navigationsperiskop mit einem großen optischen Kopf und das Gefechtsperiskop mit einem kleinen kugelförmigen Objektiv, das sicherlich mit der damaligen Technik nicht gesehen werden konnte.

Wussten Sie, dass Radar die Abkürzung für Radio Detection And Ranging ist? Ein Ortungsverfahren, mit dem die Position eines sich bewegenden Objekts auf der Basis von Radiowellen bestimmt werden kann. Sonar hingegen steht für Sound Navigation And Ranging – ein Verfahren, das die Unterwassergeräusche für die Navigation und die Ortung anderer Objekte nutzt.

U-Boottauglich - Die Psyche

Das Auswahlverfahren für U-Bootbesatzungen ist eines der härtesten, das es gibt.
Die psychologische Auswahl dauert oftmals 3 Tage. Dabei wird untersucht, ob man verrückt genug ist, um in der Abgeschlossenheit einer abwasserrohrartigen Röhre ohne Stress normal arbeiten zu können.

Nach all diesen Untersuchungen folgt meistens ein Notausstiegstraining. Hierfür hat man in Portsmouth (England), Neustadt (Deutschland) und Bergen (Norwegen) spezielle mit Wasser gefüllte Türme, so dass man diese Übung in Tiefen von 30 bis 60 m durchführen kann.

Das körperliche Auswahlverfahren ist ein Teil, der meistens an einem Tag abgearbeitet wird. Danach wird man schließlich für „U-Boot-tauglich“ erklärt.

Das Unterseeboot von heute

Die modernen U-Boote von heute haben einen luftunabhängigen Antrieb, d. h. geschlossene Dieselsysteme, Brennstoffzellen und Elektromotoren, Stirlingmotoren oder Nuklearantriebe. In der letzten Zeit wird stets mehr mit propellerlosen Antriebsmöglichkeiten experimentiert, denn Schrauben sind immer noch bedeutende Lärmquellen im Prozess von aufspüren, identifizieren und vernichten.
duikboot foxtrot

Auch die Waffen, mit denen heutzutage gearbeitet wird, haben sich stark verändert. Die großen Atom-U-Boote führen Raketen mit nuklearen Mehrfachsprengköpfen mit sich, während sie zur Selbstverteidigung über ein großes Arsenal von intelligenten Torpedos verfügen.

Es gibt auch Unterseeboote, die Flugzeuge angreifen können. Diese haben in ihrem Turm Raketenabschusssysteme für den Abschuss von Flugzielen.

Die Navigation unter Wasser ist auch modernisiert worden. Heutzutage wird ganz exakt mit Hilfe von sowohl Trägheitsnavigation und GPS als auch computergesteuerten Lasersystemen, die eine Bodenkontur-Navigation ermöglichen, navigiert.

Das Unterseeboot der Zukunft soll neben Kriegsmaschine auch eine Plattform für wissenschaftliche Untersuchungen sein. Man ist sich nämlich davon bewusst, dass man viel mehr über den Weltraum als über die Tiefsee weiss.
 

TECHNISCHE DETAILS B-143,FOXTTROT TYPE641

Baujahr: 1960 - Sudomekh, Leningrad
Länge: 91,3 m
Breite: 7,5 m
Besatzungsstärke: 75
Antrieb:

3 Dieselmotoren: bis 6.000 PS
3 Elektromotoren: bis 5.400 PS
3 Schrauben

Geschwindigkeit an der Oberfläche: 16.4 Knoten*
unter Wasser: 16 Knoten*
mit Schnorchel: 9 Knoten*
Tauchtiefe: 280m
Bewaffnung: 10 Abschußrohre mit 21 Zoll Durchmesser (6 vorne, 4 hinten)
22 Torpedos oder 44 Minen an Bord
Sensoren:

Funkempfänger und -sender, Störsender, Radar, Sonargeräte,
2 Periskope: 1 Angriffs- und 1 Navigationsperiskop

Rumpfnummer und Typ: B-143, Foxtrot typ 641
Die wirklichen Rumpfnummern wurden nicht auf dem Rumpf angebracht.
U-480 war eine taktisch irreführende Rumpfnummer.

*1 Knote = 1,852 km/Uhr